meine sachen sind gepackt, der wagen ist beladen – heute soll nun endlich der tag sein an dem mich meine eltern verabschieden dürfen. endlich, denkt sich vor allem meine mutter, der ich nie eine genaue aussage machen konnte, wann ich denn jetzt wirklich wieder abhaue – ich wusste es ja selber nicht.
aber ja, auch für mich „endlich“.
die zeit, die ich nicht, in einer anderen zeitzone oder bei olli auf der couch verbrachte, hat mich deutlich in meine vergangenheit zurückgeworfen. zuhause kann es echt schön sein, doch am ehesten, wenn man einen gewissen abstand zum ort und seiner familie hat.
eine stunde vor meiner abfahrt, kontaktiere ich ein paar freunde, welche weiter im süden deutschlands leben in dem gedanken ihnen einen kleinen besuch abzustatten. mir fällt ein das mein guter freund tristan, den ich schon seit schulzeiten kenne, gerade vielleicht noch in freiburg sein sollte. er hatte dort eine wanderung, nach seinem gerade frisch absolvierten bachelor, geplant.
ich klingel direkt durch.
m: „jo mein lieber was geht, ich wollte grad mal checken wo du so steckst. ich bin jeden moment davor in den süden aufzubrechen und dachte, dass du noch irgenwo da unten rumtänzelst und man sich vielleicht noch einmal sehen kann, bevors für mich dann über die grenze geht.“
t: „was geht! ich steh grad tatsächlich in nürnberg am hauptbahnhof und warte auf meinen zug – ich bin wieder auf dem weg nach köln, weil ich dort auf einen geburtstag eingeladen bin. aber weißt du.. ich hatte die tage eigentlich eh vor mich bei dir zu melden, weil ich ja wusste, dass du jetzt bald los willst und ich dich fragen wollte ob ich dich für ein paar tage begleiten kann.
ich muss erst wieder in zwei wochen oder so arbeiten und habe so lange nicht wirklich was zu tun.“
m: „hä, geil! ja, voll gerne! also klar, kannst du gerne machen, würd mich natürlich sehr freuen die erfahrung mit dir zu teilen – hat man ja nicht immer die möglichkeit.“
t: „ja cool, also ich würd gleich nochmal kurz mit marie schnacken und ihr das stecken, weil ich grad halt auch ne woche weg war und dann jetzt direkt wieder abhauen würde – ich geb dir gleich einfach nochmal bescheid und dann könntest du dich erstmal auf den weg nach bonn oder so machen und dann entspannt sonntagmorgen los, wenn das für dich passt?“
m: „voll, hätte ich kein problem mit! bin ja gerne in bonn und könnte meine schwester dann auch noch einmal sehen. lass so festhalten und bis gleich!“
ich lege beflügelt von der spontanen planänderung auf und freue mich nun noch mehr über den beginn meiner reise.
mit sicherheit auch, weil mir etwas der respekt und die ängste genommen werden, da ich sie jetzt nicht von anfang an alleine bewältige. vielleicht aber auch, weil nun auch so etwas wie eine art „plan“ steht – denn bis hierhin hatte ich noch keine wirkliche ahnung wie meine route aussehen soll und wo es für mich überhaupt als erstes hingehen würde.
jetzt aber wusste ich es fürs erste: es geht nach bonn wo ich das wochenende verbringe und mit tristan eine weitere route für unsere gemeinsame tour austüfteln kann.

„ich bin dann mal weg!“
tristan schemann

